METZINGEN/HALLE/WESTFALEN (dpa-AFX) - Die deutschen Modekonzerne Hugo Boss und Gerry Weber profitieren von guten Wachstumsaussichten im Ausland. Knapp eine Woche nach Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal erhöhte der Modekonzern Hugo Boss mit Blick auf gute Marktchancen in Asien und Amerika am Dienstag seine mittelfristigen Ziele. Auch der ostwestfälische Modehersteller Gerry Weber will sich international breiter aufstellen. Allein im Oktober eröffnete das seit Kurzem im MDax notierte Unternehmen sieben eigene Läden im Ausland, darunter auch die erste polnische Filiale, wie der Konzern am Dienstag in Halle mitteilte. Bis zum Ende des Kalenderjahres sind weitere Eröffnungen in Polen geplant.
Während sich Gerry Weber stärker auf den europäischen Markt konzentriert, profitiert Hugo Boss nach eigenen Angaben von der anziehenden Nachfrage in China. "Signifikantes Wachstum" werde der Markt in Asien bringen, hieß es aus Metzingen (Kreis Reutlingen). Der Umsatz in Asien soll sich bis 2015 im Vergleich zum vergangenen Jahr beinahe verdreifachen. Das Unternehmen geht davon aus, im Jahr 2015 einen Umsatz von 3 (2010: 1,73) Milliarden Euro zu erzielen. Bisher waren 2,5 Milliarden Euro angepeilt.
Das operative Ergebnis (EBITDA vor Sondereffekten) soll bis dahin auf 750 Millionen Euro steigen. Bisher wurden 500 Millionen Euro erwartet. Sollte das Ziel erreicht werden, würde der operative Gewinn um mehr als 114 Prozent im Vergleich zu 2010 steigen. Die erhöhte Prognose von Hugo Boss kam am Markt gut an - das im MDax notierte Papier legte am Nachmittag um rund fünf Prozent zu. Erst vor einer Woche hatte der Konzern Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Dank der ungebremsten Nachfrage nach Mode und Accessoires stiegen Umsatz und Gewinn.
Gerry Weber schloss das Geschäftsjahr 2010/2011 (31. Oktober) unterdessen mit Rekorderöffnungen im Oktober ab. Mit insgesamt 20 neuen Filialen zählte der Modehersteller so viele Neueröffnungen wie noch nie in einem Monat. Im vergangenen Geschäftsjahr waren insgesamt 64 eigene Läden hinzugekommen. Der Konzern hat damit nach eigenen Angaben weltweit mehr als 500 Houses of Gerry Weber, die in Eigenregie oder von Franchise-Unternehmen betrieben werden.
Der Nettoumsatz im Filialgeschäft legte im Oktober mit 22,1 Millionen Euro ebenfalls kräftig zu - verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 15 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2010/11 gab der Konzern zuletzt im September ein erwartetes Umsatzplus von mehr als zehn Prozent auf etwa 700 Millionen Euro an./hoslan/zb/kja
Deutsche Modekonzerne wachsen im Ausland
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