Schiesser verschiebt Börsengang auf 2012

Der Unterwäschehersteller Schiesser verschiebt abermals seinen Börsengang. Der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Grub sagte der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag): «Wir versuchen den Börsengang Anfang 2012.» Die Zeit dränge nicht. «Jeder Monat, den sich der Börsengang nach hinten verschiebt, tut uns gut.» Die Marke könne sich so nach ihrem Neustart nachhaltiger etablieren, erklärte Grub. Der ursprünglich fürs zweite Quartal 2011 geplante Börsengang war bereits im Frühling aufs Jahresende verlegt worden.

Schiesser
Schiesser - Natürlich. Zeitgeist. Seit 1875.

Das 1875 gegründete Traditionsunternehmen mit Sitz in Radolfzell am Bodensee hatte im Februar 2009 Insolvenz angemeldet. Hauptgrund waren unrentable Lizenzverträge für fremde Marken wie Tommy Hilfiger oder Puma. Noch 2009 kehrte Schiesser wieder in die Gewinnzone zurück. Der heutige Aufsichtsratschef Grub hatte die Firma damals als Insolvenzverwalter durch die akute Krise geführt. Inzwischen ist Schiesser die Mehrzahl der unrentablen Fremdfertigungsverträge los.

Grub zeigte sich zuversichtlich, die Gläubiger mit dem beim Börsengang voraussichtlich eingesammelten Geld voll auszahlen zu können. Die Gläubigerversammlung hatte Schiesser Ende 2010 mit überwältigender Mehrheit grünes Licht für den Börsengang gegeben. Der Insolvenzplan sah damals eine Stundung bis spätestens Ende 2012 vor. Für Nachfragen zu den neuen Plänen war Schiesser am Donnerstag nicht zu erreichen.

Der Schuldenberg belief sich mit Stand Ende 2010 auf 67 Millionen Euro. Davon entfielen 24 Millionen Euro auf drei Kreditinstitute.

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