![]() Im Fokus soll künftig die Hautpflege stehen |
Alles begann mit einer Erfindung des Chemikers Isaac Lifschütz: Für medizinische Zwecke entwickelte er eine neue Salbengrundlage. Er fand einen Weg, mit Hilfe eines Emulgators Wasser und Öl zu einer stabilen Creme zu verbinden. Grundlage war Fett aus Schafswolle. Salben mit Wollwachsen und Bienenwachs waren damals üblich. Troplowitz kaufte ihm das Patent ab und entwickelte damit Nivea-Creme.
Troplowitz hatte einige Jahre zuvor von Paul C. Beiersdorf dessen „Laboratorium dermatotherapeutischer Präparate“ mit medizinischen Pflastern übernommen und das Sortiment um den Lippenpflegestift Labello erweitert. Nun kam Creme dazu. Er ließ sich von ihrer Farbe inspirieren und gab ihr den Namen nach dem lateinischen niveus: schneeweiß.
Der Unternehmer hatte es eilig. Schon 1914 wurde Nivea in 35 Ländern verkauft. Das führt dazu, dass Nivea heute in vielen Teilen der Erde als landestypische Marke und nicht als Importprodukt aus Deutschland wahrgenommen wird. Markenzeichen ist zunächst eine gelb und grün gestaltete Dose. Doch ab 1925 setzt Nivea auf zeitloses Design und die blaue Dose. Um die Zusammensetzung der „Sonderfarbe Niveablau“ macht der Konzern ein ebenso großes Geheimnis wie um das genaue Rezept der Creme.
Die Dosen kommen zum aller größten Teil aus der eigenen Blechdruckerei im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, wo Beiersdorf seinen Sitz hat. Einige werden in Thailand und Mexiko produziert, täglich sind es insgesamt 500 000. Sie fassen zwischen 10 bis 400 Milliliter Creme, in Deutschland wird meist die 250-Milliliter-Dose gekauft. Und warum Blau? Die Farbe soll für Ehrlichkeit und Verantwortung stehen, die weiße Schrift Unschuld und Reinheit symbolisieren. Und Blau gefiel dem damaligen Werbeleiter gut: Bevor er zu Beiersdorf kam, fuhr er als Kapitän zur See und mochte die Farbe des Meeres und des Himmels am liebsten.
